Messstellenbetrieb Strom

Smart Meter-Rollout

Die Energiewende in Deutschland geht in die nächste Phase: Die Husum Netz GmbH kümmert sich in ihrem Netzgebiet um die Digitalisierung der Energiewende und baut dort moderne digitale Stromzähler ein.

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um den Smart Meter-Rollout haben wir hier für Sie zusammengestellt:

Video SmartMeter Rollout

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

1. Was ist ein Smart Meter oder intelligenter Zähler?

Landläufig bezeichnet man digitale Stromzähler als Smart Meter oder auch als intelligente Zähler. Allerdings sollte man differenzieren: Es gibt die moderne Messeinrichtung (mME), das ist ein digitaler Zähler. Mit dem digitalen Zähler können Stromverbräuche im Viertelstundentakt erfasst und für 24 Monate lokal gespeichert. Dann gibt es das intelligente Messsystem (iMS), das ist ein digitaler Zähler mit Kommunikationseinheit. Das intelligente Messsystem überträgt die erfassten Daten an unterschiedliche Marktteilnehmer wie Lieferanten, Netz- oder Messstellenbetreiber. Diese verarbeiten die Daten für ihre Zwecke weiter, z. B. zur Erstellung der Abrechnung oder zur Steuerung des Netzes. Genau genommen, ist nur das intelligente Messsystem ein Smart Meter.

2. Warum brauchen wir digitale Zähler?

Im ersten Schritt der Energiewende haben wir uns auf die regenerative Erzeugung von Energie konzentriert. Jetzt geht es um die intelligente Verteilung und Steuerung. Damit das Potenzial an erneuerbar erzeugtem Strom in Deutschland auch bestmöglich genutzt werden kann, brauchen die Netzbetreiber Informationen sowohl über die aktuelle Erzeugungs- als auch die Verbrauchssituation. Bei Verbrauchern und Einspeisern übernehmen moderne Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme schrittweise die Erfassung dieser Informationen. Es geht also letztlich um die Digitalisierung der Energiewende. Smart Meter bringen damit die Energiewende voran.

3. Bekommt jeder einen digitalen Zähler?

Ja. Jeder Kunde, der in Husum, Schobüll, Mildstedt und Hattstedt ans Stromnetz der Husum Netz GmbH angeschlossen ist, wird langfristig einen digitalen Zähler erhalten. Bis 2032 wird der flächendeckende Einbau abgeschlossen sein. Die Einführung erfolgt schrittweise:

Mit modernen Messeinrichtungen, die den Stromverbrauch digital erfassen, werden alle Gebäude in Husum, Schobüll, Mildstedt und Hattstedt nach und nach ausgestattet. Durch eine zusätzliche Kommunikationseinheit, dem sogenannten Gateway, werden diese zu intelligenten Messsystemen, landläufig Smart Meter genannt, ausgebaut: Zunächst erhalten große Stromnetzkunden ab einer Abnahme von 10.000 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr sowie Stromerzeuger mit Erneuerbare Energien-Anlagen ab 7 Kilowatt Spitzenleistung (kWp) ein intelligentes Messsystem. Für Haushalte und Betriebe, die weniger als 6.000 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr brauchen, bleibt es beim digitalen Zähler.

4. Wer ist für den Einbau von Smart Metern zuständig?

Für jedes Stromnetz gibt es einen Netzbetreiber. In aller Regel ist dies auch der Messstellenbetreiber. Der Fachbegriff dafür ist „grundzuständig“. Dieser grundzuständige Messstellenbetreiber plant und organisiert den Einbau der Smart Meter. Es gibt jedoch auch andere Anbieter. Grundsätzlich kann jeder Verbraucher selbst entscheiden, von wem er einen digitalen Zähler bekommen möchte. In diesem Fall beauftragt er einen sogenannten wettbewerblichen Messstellenbetreiber.

5. Ist der Einbau von Smart Metern verpflichtend?

Ja, der Einbau ist für alle Kunden, die an das Stromnetz der Husum Netz GmbH angeschlossen sind, verpflichtend. Grundlage dafür ist das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende, häufig auch als Messstellenbetriebsgesetz bezeichnet. Unterschiede gibt es nur bei der Verpflichtung, ob eine moderne Messeinrichtung oder ein intelligentes Messsystem einzubauen ist und ab wann.

6. Wie viel kostet eine moderne Messeinrichtung oder ein intelligentes Messsystem?

Das hängt vom Jahresverbrauch beziehungsweise der Einspeiseleistung ab. Das Messstellenbetriebsgesetz definiert dazu Kategorien, für die jeweils Preisobergrenzen gelten.

Der Betrieb einer modernen Messeinrichtung kostet demnach 20 Euro pro Jahr. Möchte ein  Kunde mit einem Jahresverbrauch unter 6.000 Kilowattstunden zusätzlich eine Kommunikationseinheit (Gateway)  erhöht sich der Preis für den Betrieb des intelligenten Messsystems auf  23 bis 60 Euro im Jahr.

Der Preis bei intelligenten Messsystemen, die verpflichtend eingebaut werden, staffelt sich wie folgt:

Jahresverbrauch

Spitzenleistung der Einspeiseanlage

Preisobergrenze

6.000 – 10.000 kWh/a

> 7 kWp ? 15 kWp

100 €/Jahr

10.000 – 20.000 kWh/a

> 15 kWp ? 30 kWp

130 €/Jahr

20.000 – 50.000 kWh/a

-

170 €/Jahr

50.000 – 100.000 kWh/a

> 30 kWp ? 100 kWp

200 €/Jahr

> 100.000 kWh/a

> 100 kWp

auf Anfrage

 

 

 

7. Wie läuft der Rollout der modernen Messeinrichtungen in Husum, Schobüll, Mildstedt und Hattstedt ab?

In Husum, Schobüll, Mildstedt und Hattstedt kümmert sich die Husum Netz GmbH um den flächendeckenden Einbau der modernen Technik für Stromabnehmer mit einem Jahresverbrauch unter 6.000 Kilowattstunden. Das Ziel ist, bis Mitte 2020 zehn Prozent digitale Zähler im Netzgebiet bei dieser Verbrauchergruppe verbaut zu haben. Das erledigen wir weitestgehend Rahmen des regulären Zählerwechsels. Dieser ist abhängig von der Eichgültigkeit des jeweils eingebauten Zählers.

8. Wann beginnt die Installation der intelligenten Messsysteme?

Mit dem Einbau von intelligenten Messsystemen (dem digitalen Zähler mit Kommunikations­einheit/ Gateway) kann die Husum Netz GmbH erst dann beginnen, wenn zertifizierte Technik am Markt verfügbar ist. Diese muss den strengen Vorgaben des Gesetzgebers genügen. Experten rechnen damit, dass dies 2019 der Fall sein wird. Mindestens drei Monate vor dem tatsächlichen Zählertausch erhalten die Kunden eine schriftliche Information dazu.

Zuerst findet der Rollout intelligenter Messsysteme bei Kunden mit einem Jahresverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden (kWh) statt. Ab 2020 kommt dann die Kundengruppe mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden (kWh)  hinzu.

9. Ich habe bereits einen digitalen Zähler. Muss ich diesen tauschen lassen?

Nein, ein solcher digitaler Zähler darf bis zum Ende seiner Eichgültigkeit betrieben werden. Das sind in der Regel acht Jahre ab dem Einbau. Die Eichfrist kann um weitere vier Jahre verlängert werden, wenn aus einer Stichprobe von Zählern gleichen Einbaudatums ein Nachweis der korrekten Funktion erbracht wird.

10. Wem werden die erfassten Daten zur Verfügung gestellt? Was wird damit gemacht?

Verschlüsselte Daten werden nur demjenigen zugänglich gemacht, der auch wegen einer Vertragsbeziehung mit dem Kunden zur Erfüllung seiner Aufgaben hierzu berechtigt ist. Das kann beispielsweise zur Abrechnung von Einspeisung oder Verbrauch der Fall sein.

Bei modernen Messeinrichtungen – also bei den allermeisten Privatkunden – werden die Daten im digitalen Zähler vor Ort gespeichert. In diesem Fall erhält der Netzkunde wie gewohnt einmal im Jahr eine Zählerkarte, um den Zählerstand abzulesen.  Alternativ besteht die Möglichkeit, seinen Zählerstand über das Internet-Portal der Husum Netz GmbH selbst einzutragen. Im Fall, dass ein Kunde der Husum Netz GmbH keine Rückmeldung über seinen Zählerstand gibt, kommt dann der Ableser und liest die gespeicherten Daten aus.

Die gesicherte, automatische Übermittlung von Verbrauchsdaten aus intelligenten Messsystemen erfolgt erst dann, wenn die Kommunikationslösungen in Form von Smart Meter-Gateways zur Verfügung stehen und die Prozesse der Gateway-Administration sowie die Sicherheitsstandards geklärt sind. Danach haben Kunden, deren Anlagen mit einem intelligenten Messsystem ausgerüstet sind, mit der Auslesung, Erfassung und Übertragung von Zählerständen nichts mehr zu tun. Der gesamte Prozess wird vollautomatisiert ablaufen. Dabei spielen Datenschutz und Datensicherheit für die Husum Netz GmbH eine sehr große Rolle.

11. Sind die Daten sicher?

Ja, Datenschutz und Datensicherheit werden beim Smart Meter-Rollout sehr groß geschrieben. Der verwendete Schutzstandard ist mit dem beim Online-Banking oder beim Chip auf dem Personalausweis vergleichbar. Sowohl der Gesetzgeber als auch die Marktteilnehmer im digitalisierten Energiemarkt legen großen Wert auf die Sicherheit der Daten.

Haben Sie Fragen? Dann kontaktieren Sie uns einfach!

Herr Björn Schmitz, Tel.-Nr.: 04841 / 8997-144 oder an b.schmitz@husumnetz.de  

Ausblick

Ab 2017 werden deutschlandweit alle Stromzähler schrittweise ausgetauscht. Die vollständige Umstellung von den alten (Ferraris-)Stromzählern auf die neue Messtechnik soll bis zum Jahr 2032 abgeschlossen sein.

Die Einführung der neuen Zähler ist eine Herausforderung für uns alle – für die Stadtwerke Husum und für unsere Kunden. Für uns bringt sie neue Aufgaben mit sich, für Sie ändern sich gewohnte Abläufe. Doch die neuen Stromzähler helfen dabei, deutschlandweit eine effiziente und umweltschonende Energieversorgung aufzubauen.

Wir finden: Ein Schritt, der sich lohnt! Mehr erfahren Sie in unseren Flyern! 

Flyer Intelligente Messsysteme

Flyer Moderne Messeinrichtung

Die Wahrnehmung der Aufgabe als grundzuständiger Messstellenbetreiber wurde gegenüber der BNetzA zum 30.06.2017 angezeigt.

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Service 04841 8997-777
Störung 04841 8997-200