Forschung
Als Netzbetreiber in der Region gestalten wir die Energieversorgung von morgen aktiv mit. Stadtwerke Husum Netz engagiert sich in innovativen Forschungs- und Zukunftsprojekten – von modernen Technologien und intelligenten Netzen bis hin zu nachhaltigen Lösungen für Umwelt und Klimaschutz. Dabei setzen wir auf den Austausch mit Partnern, Kommunen und Ihnen. Denn wir sind überzeugt: Eine zukunftsfähige Energieversorgung entsteht dort, wo Wissen, Erfahrung und unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen.
POSEIDON
Gemeinsam für eine klimaresiliente Region
Die Anpassung an den Klimawandel ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit. Studien zeigen: Wenn heute nicht gehandelt und in Vorsorge investiert wird, können die Kosten für die Bewältigung der Klimafolgen bis zu zehnmal höher ausfallen. Während die Notwendigkeit zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen vielen Menschen bewusst ist, rückt auch die Anpassung an die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels zunehmend in den Fokus.
Steigende Meeresspiegel und Grundwasserstände, häufigere Starkregenereignisse, Überschwemmungen und Sturmfluten stellen Menschen, Natur und Infrastruktur vor wachsende Herausforderungen. Viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer waren bereits von überfluteten Kellern oder Sturmfluten betroffen. In den kommenden Jahren werden noch mehr Menschen und Regionen die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen spüren. Kommunen und Versorgungsunternehmen übernehmen dabei eine wichtige Rolle: Sie müssen bestehende Strukturen schützen, neue Lösungen entwickeln und Vorsorgemaßnahmen vorantreiben.
Lösungen grenzübergreifend gestalten
Hier setzt das grenzüberschreitende POSEIDON-Projekt an. Partner aus Unternehmen, Kommunen und Hochschulen arbeiten gemeinsam daran, die Herausforderungen der Klimaanpassung besser zu verstehen und konkrete Lösungen zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen technologische Innovationen, neue Kooperationen und der grenzüberschreitende Austausch von Wissen und Erfahrungen.
Durch kleinere Forschungs- und Umsetzungsprojekte sowie Studienbesuche bei Pilotanlagen sollen Kommunen und Versorgungsunternehmen Impulse für die eigene Arbeit erhalten. POSEIDON unterstützt damit die Entwicklung neuer Lösungen und zeigt Wege für zukünftige Investitionen in die Klimaanpassung auf.
Ziel des Projekts ist es, die Klimaresilienz in der deutsch-dänischen Region nachhaltig zu stärken. Dafür sind unter anderem folgende Ergebnisse vorgesehen:
- Fünf Innovationskooperationen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels
- Die Erprobung von sechs Pilotanlagen beziehungsweise Technologien zur Klimaanpassung – eine davon in Norderstedt
- Zwei Strategien zur Förderung der Klimaanpassung in der Projektregion
Grundwasserstände frühzeitig vorhersagen
Ein zentraler Ansatz des Projekts ist die Entwicklung eines KI-gestützten Modells, das Grundwasserstände für die kommenden 215 Tage prognostiziert. Die Vorhersagen sollen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und mögliche Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung besser einzuschätzen.

Die Prognosen basieren auf Wettervorhersagen des Climate Data Store (CDS). Berücksichtigt werden unter anderem:
- Temperatur,
- Niederschlagsmenge,
- Verdunstung,
- Bodenfeuchtigkeit in vier verschiedenen Tiefen und
- Oberflächenabfluss beziehungsweise „Runoff“.
Für die Vorhersage jedes einzelnen Tages werden die Wetterdaten der jeweils vorangegangenen 30 Tage ausgewertet. Zusätzlich wurde untersucht, ob auch die Grundwasserstände der letzten 30 Tage als weitere Eingangsgröße in das Modell einbezogen werden können.
Die Vorhersagen werden derzeit monatlich erstellt. Für jede Messstelle beziehungsweise jeden Brunnen wird eine eigene Prognose berechnet.

Die Ergebnisse werden mit dem bestehenden hydrogeologischen Modell des Brunnenfelds abgeglichen. Dadurch soll überprüft werden, wie gut die KI-basierten Prognosen mit den bekannten hydrogeologischen Zusammenhängen übereinstimmen.
Ein weiterer möglicher Entwicklungsschritt ist die Untersuchung, ob und wann sich stoffliche Einträge im Grundwasser bemerkbar machen. Diese Fragestellung ist bislang noch nicht abschließend bearbeitet.
Aktueller Stand
Die bisherigen Grundwasserpegelvorhersagen zeigen gute Prognosewerte. Das Modell kann auf Grundlage der verfügbaren Wettervorhersagen bereits Vorhersagen für einen Zeitraum von bis zu 215 Tagen erstellen.
Ausblick
Das Projekt schafft die Grundlage für ein digitales Frühwarn- und Informationssystem zur Entwicklung der Grundwasserstände. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Machine-Learning-Modelle grundsätzlich geeignet sind, die verfügbaren Wetter- und Grundwasserdaten für längerfristige Prognosen zu nutzen.
Im nächsten Schritt sollen die Modelle weiter optimiert, die Daten automatisiert eingebunden und geeignete Formen der Darstellung entwickelt werden. Ziel ist eine praxistaugliche Anwendung, die die Stadtwerke Husum Netz bei der Überwachung der Grundwasserentwicklung sowie bei der Vorbereitung auf klimabedingte Veränderungen unterstützt.
Damit leistet das Projekt einen Beitrag zur langfristigen Sicherung und Klimaanpassung der Trinkwasserversorgung.



